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Was bleibt?

von Barbara Klehr

In den letzten Wochen ist ein lieber Musikerkollege von mir gestorben. Anlässlich seines Todes hat seine Freundin Bekannte und Freunde zu sich eingeladen. Das war eine lebendige, freundliche, lebensbejahende Runde die da zusammenkam, es ergaben sich interessante Gespräche zum Thema Vergänglichkeit. Wie unterschiedlich wir darüber denken! Allem gemeinsam jedoch scheint zu sein, dass es um das geht, was bleibt. Wir waren uns in Ralfs Fall einig, dass er ein so freundlicher und bescheidener Mensch war, der uns alle, die wir mit ihm zu tun hatten, in seiner Gegenwart irgendwie entspannt und friedlich hat wirken lassen.
Ich nehme das zum Anlass, zu einer Reflexion in Bezug auf Impro einzuladen. Was möchte ich, dass von dem was ich spiele, bleibt?
Impro ist eine vergängliche Kunst, und trotzdem kann man Menschen berühren, indem man authentische Figuren spielt und Geschichten erzählt, die einem selbst relevant erscheinen. Es ist auch nicht unwichtig, wie ich mit meinen Kollegen bin.
Ganz gut, sich (und auch mal die Kollegen) zu fragen: Spielen die eigentlich gerne mit mir? Bin ich eine Spieler*in, die Kollegen auf der Bühne gut aussehen lässt? Wie sieht es aus mit meiner inneren Bewertung? Kann ich das, was Kollegen auf der Bühne tun, wertungsfrei akzeptieren? Wenn nicht, wie kann ich konstruktiv weiterspielen mit dieser Person?
Jeder ist selber verantwortlich dafür, was für ein Mensch er oder sie sein möchte.
Sowohl im Leben, als auch auf und hinter der Improbühne.
 

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