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Hinter den Kulissen: Mein Praktikum bei der IMPRO 2018

von Denise Banicke

Hinter den Kulissen: Mein Praktikum bei der IMPRO 2018

Ich bin Denise, bin 21 Jahre alt und besuche bereits seit mehreren Jahren die Shows der Gorillas. Seit 2017 nehme ich auch regelmäßig an den angebotenen Kursen ihrer Improschule teil. Dadurch erfuhr ich von dem geplanten Improfestival. Ich studiere derzeit Kulturmanagement in Berlin und konnte erstmalig auch einen Einblick in die Planung und Organisation eines Improtheaters bekommen. In der Zeit vom 5.2.-29.3. machte ich im Rahmen der Impro 2018: Our Lives ein Praktikum bei den Gorillas. Zu den wöchentlichen Improshows organisieren sie ein internationales Improfestival, um sich mit verschiedenen Improgruppen weltweit zu treffen und auf der Bühne ihre Improvisationen vereint darzubieten. Das Festival stand ganz unter dem Motto: »Europa und die Eigenarten der Länder – eine Zusammenkunft von Vorgehensweisen und Wertevorstellungen des jeweiligen EU Landes«. In diesem Jahr war das Festival jedoch von Anfang an etwas ganz Besonders. Erstmalig trafen sich die 28 Spieler in festgelegten Gruppen im Oktober 2017 in den sogenannten »Creation weeks«, lernten sich dort kennen und gewannen einen Eindruck über die Kenntnisse und Vorgehensweisen der anderen Improspieler aus den fremden Ländern. Während des Praktikums hatte ich die Möglichkeit, viele Bereiche zu erarbeiten bzw. kennenzulernen. Dazu gehörte unter anderem die Erstellung von Mailings, um bestehende Kunden der Gorillas für die Shows des Festivals einzuladen. Hierzu gehörten aber auch Botschaften und Vereine, die sich mit dem Thema EU täglich auseinandersetzen. Ein großer Teil meiner Verantwortlichkeit während des Praktikums war die Künstlerbetreuung. Die Betreuung und Kommunikation mit den Künstlern war für mich der bedeutendste und schönste Tätigkeitsbereich während meines Praktikums. Im Rahmen der Vorstellung »Role Models« (18.03.), war ich für die eigenständige Organisation und Planung der Veranstaltung zuständig. Hierbei stellte jeder Künstler einen besonderen Menschen aus seinem Land vor und benötigte teilweise dafür entsprechende Requisiten. Das ständige Kommunizieren mit den Künstlern war hierfür dringend notwendig. Dazu zählt auch die Organisation und Planung der Abendleitung für die jeweilige Show, vor allem in Bezug auf die Koordination des Künstlercaterings im Backstagebereich. Denn es gab Tage während des Festivals, wo drei verschiedene Shows an drei verschiedenen Theatern gespielt wurden. Während der Abendleitung war ich dafür verantwortlich, dass die Künstler kulinarisch versorgt wurden, aber auch das Durchführen von Umfragen mit dem Publikum war eine interessante Aufgabe. Zum einen war es dadurch möglich, dass man ein direktes Feedback zu den Shows erhalten konnte und zum anderen diente es dem Sammeln von Informationen des Publikums, um diese dann für das kommende Improfestvial im nächsten Jahr zielführend und sinnvoll einsetzen zu können. Am Ende des Festivals habe ich diesbezüglich eine komplette Auswertung der Besucherumfragen für die einzelnen Shows gemacht und konnte dadurch eine Gesamtauswertung ableiten. Da die Spieler verständlicherweise nicht alle Deutsch sprechen, waren die Shows überwiegend in englischer Sprache gespielt worden. Allerdings gab es auch zwei Shows auf deutsch. Einmal die neu konzipierte Show »Am Wasser« und die altbekannte Gorilla-Show »Das große 7«. Dabei möchte ich vor allem »Am Wasser« hervorheben, denn diese ist für mich etwas ganz Besonderes gewesen. Die Show wurde eigens von Barbara Klehr und Michael Wolf für das Festival konzipiert und umgesetzt. Der erste Teil war dabei durch die sehr persönlichen Erfahrungen der jeweiligen Spieler geprägt, denn diese lasen jeweils sehr persönliche Briefe vor, die für jeden eine individuelle Bedeutung hatten und dem Publikum die Möglichkeit gaben, dass diese Teil der persönlichen Erlebnisse wurden. Die Informationen aus den Briefen wurden dann in Form einer längeren fortlaufenden Szene in die Gegenwart gebracht. Der zweite Teil war durch persönliche Erzählungen der Spieler in Bezug auf Erlebnisse »Am Wasser« geprägt, woraus sich wiederum kleine Szenen entwickelten.

Schlussendlich war für mich das Praktikum eine sehr aufschlussreiche Zeit, die leider viel zu schnell vergangen ist. Die Arbeit mit den Gorillas und das Kennenlernen der Improspieler aus den verschiedenen Ländern war in dieser Form einzigartig und eine schöne, interessante und vor allem auch sehr lehrreiche Phase für mich persönlich als auch für mein Studium. Das Festival fand mit der Abschlussparty am 24.03. einen gelungenen Abschluss. Doch das Projekt OUR LIVES ist damit noch nicht beendet. Es wird derzeit noch in den anderen Ländern fortgeführt. Das Festival in dieser Form hat vor allem auch zu Augen geführt, dass es möglich ist, dass sich alle Länder der EU friedlich vereinen können und sich zusammen etwas Tolles auf die Beine stellen können, egal welche Werte oder Ansichten die einzelnen Länder haben. Zusammenfassend erhält das Festival mit dem Dokumentarfilm von Lee White, der voraussichtlich im April 2019 fertiggestellt und vorgeführt wird, einen würdigen Abschluss für die 2-jährige Arbeit des Projektes.
Somit kommt alle vorbei und macht euch einen Eindruck, wenn ihr dieses Jahr nicht aktiv beim Festival teilnehmen konntet!

Liebe Grüße
Denise

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