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Beobachten

von Karin Werner

Ich liebe es, Leute zu beobachten. Wie gehen die, wie suchen sie sich einen Platz im Café, haben sie einen Tick, lächelt das Gesicht eher oder gehen die Mundwinkel in der Entspannung nach unten? Wie trinken sie ihren Kaffee, wie rauchen sie. Was auch immer, ich könnte stundenlang zusehen. Stimmen, Dialekte, Akzente, Gesten…
Das Erarbeiten von Figuren fehlt mir manchmal in der Improvisation, da wirklich genau zu werden. Beim Impro habe ich allerdings die Chance auf viele verschiedene Charaktere. Trotzdem würde ich behaupten, da schleichen sich die zwei, drei Lieblingsvarianten ein, die gerade wenn das Spiel sehr temporeich ist, immer wieder auftauchen. Manchmal hätte ich gerne mehr Zeit, würde auch anderen mehr Zeit geben wollen, eine Figur zu entwickeln, nicht in jeder Szene, aber zwischendurch. Oder ist es doch die Herausforderung sehr schnell einen Charakter zu behaupten? Schaffe ich das auch mit leisen Figuren? Nehme ich mir die Freiheit, wirklich Neues zu probieren?
In den Kursen fordere ich dazu auf, zu beobachten und das, was man da wahrnimmt, mit auf die Bühne zu nehmen. Ich finde es großartig, wenn dann Charaktere entstehen. Und wenn dann noch der Mut zum Übertreiben, richtig »rumspinnen« aufgebracht wird, finde ich es perfekt.
So, nichts wie raus, beobachten, behalten, auf die Bühne mitnehmen und mal wieder jemand gaaaaanz anderes sein.
 
Karin ist regelmäßig mit den Gorillas im Waschhaus Potsdam zu sehen. Außerdem unterrichtet sie folgende Kurse:
Schnupperwochenende in Potsdam am 25.+26.8.; Abendklasse Montag Impro4ever »Schiller, Tschechov, Brecht« mit Urban Luig (27.8. bis 14.10.); Abendklasse Mittwoch Anfänger / Fortgeschrittene in Potsdam (29.8. bis 24.10.); Abendklasse Montag lange Bühnenklasse mit Norbert Riechmann (29.10. bis 25.2.).
 

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