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Improvisation am Arbeitsplatz

von Leon Düvel

Als langjähriger Lehrer in unserer Impro-Schule fällt mir immer wieder auf, dass unsere Teilnehmer nicht nur kommen, um das Improvisieren auf der Bühne zu erlernen, sondern auch, um es für ihren Alltag zu nutzen. Neulich habe ich direkt zu Beginn eines Kurses danach gefragt und nach und nach haben sich fast alle Teilnehmer in diese Richtung geäußert: »Ja, ich möchte spontaner werden«, »Ich will mal sehen, ob ich mehr aus mir rauskomme«, »Ich fühle mich manchmal mit anderen etwas verkrampft«.

Und es stimmt: In unserer Schule bieten wir einen geschützten Rahmen, sich damit auseinanderzusetzten. Sich in andere Rollen zu begeben, sich anders wahrzunehmen und mit fremden Menschen gemeinsam Geschichten zu erfinden. Wir bieten die Möglichkeit, sich zu präsentieren und die eigene Kreativität und Spontaneität zu erforschen.

Dieser Umgang mit dem Unvorhersehbarem ist tatsächlich sehr hilfreich für den Alltag und deshalb auch für viele Berufe. Für jede Art von Kommunikation mit Kollegen und Kunden. Für das Selbstbewusstsein und das Wissen um die eigene Ausstrahlung. Für das respektvolle Miteinander in einem Team und natürlich, wenn es darum geht, Mitarbeiter und Gruppen zu führen.

Immer mal wieder höre ich meine Teilnehmer in einem Impro-Workshop so etwas sagen wie: »Wenn das jetzt meine Kollegen sehen könnten«, »Wenn der und der Mitarbeiter mein Angebot wahrnehmen würde«, »Wenn ich mal in meinem Job mit dem Status runter gehen könnte«...

Wenn ihr also das nächste Mal in einem Kurs oder einer Show der Gorillas seid und denkt, Mensch, das wäre ja was für meine Firma, meine Kollegen, dann könnt ihr euch direkt an mich wenden. Bei den Gorillas bin ich der Ansprechpartner, wenn es um Trainings für Mitarbeiter geht. Ich nehme Anfragen entgegen, berate den Kunden und überlege gemeinsam mit ihm, wie wir dieses spezielle Unternehmen am besten unterstützen können.

Zuletzt waren wir in einem Call-Center (das sich eigentlich Service-Center nennt) und haben dort mit den Angestellten gearbeitet. Wir haben versucht, ihnen zu helfen, ihre Rolle als Hilfe-Gebender zu finden und sich nicht so schnell persönlich angegriffen zu fühlen. Eine für beide Seiten interessante Auseinandersetzung mit der Improvisation am Arbeitsplatz.

Ich bin aber nicht nur der Ansprechpartner, sondern selber einer von neun Trainern bei den Gorillas. Und wenn ich in eine Firma gehe, ist es mir wichtig, dort dieselbe Atmosphäre zu schaffen, wie in unserer Impro-Schule. Erst dann kann ich die Mitarbeiter wirklich zusammenbringen, dafür sorgen, dass sie aus ihrer Haut schlüpfen. Gerne arbeite ich mit der »Einwort-Geschichte« und »Ich bin ein Baum«. Damit gelingt es gut, die Kollegen dazu zu bringen, sich wahrzunehmen und die Angebote erst mal anzunehmen. Schön ist auch die »Spiegelübung« um klarzumachen, was Führen und Folgen eigentlich bedeutet.

Alle Informationen zu diesem Thema findet ihr hier auf unserer Website unter:

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