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Impro nervt!

von Christoph Jungmann

Leute, heute mal eine Liste mit Dingen, die völlig nerven an Impro:

Du fängst immer wieder von vorne an. Hast Du eine schlechte Szene gespielt, ist sie verloren. Eine sehr gute Szene aber auch.

Du siehst ständig, wie andere voll das Klischee spielen.

Du selbst spielst natürlich auch Klischees, obwohl Du es nicht willst.

In der Garderobe danach weißt Du, was Du hättest besser machen sollen, ja müssen.

Das Publikum ist nicht ergriffen von Deinen tiefen Charakteren, sondern lacht über die dümmsten Kalauer am meisten.

Du wirst von Zuschauern laufend konfrontiert mit der Vermutung, etwas einstudiert zu haben. Und wenn Du das trefflich widerlegst, nach der Show, stundenlang, kommt abschließend »Aber irgendwas ist doch einstudiert«.

Die anderen auf der Bühne verstehen nicht, was Du spielst.

Schlechte Impro zu sehen, ist kaum zu ertragen: falsche Gefühle, infantile Szenen, schräge Töne.

Ständig Liebesszenen.

Theater digital ist schon nicht so schön. Impro digital noch weniger.

Wenn jemand Spontantheater sagt.

Der Ruf von Impro ist und bleibt schlecht. Klassisch die Antwort: »Impro? Uh, hab ich mal gesehen. Impro ist furchtbar«. Niemand würde auf die Idee kommen zu sagen: »Kino? Uh, war ich mal drin. Filme sind furchtbar«.

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