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Fokus des Monats Juni: Der kleine Unterschied

von Billa Christe

In den letzten Jahren habe ich durch meine Streifzüge durch die Berliner Theaterwelt festgestellt, dass viele Regisseure mit der Improvisation als Mittel arbeiten. Schauspieler/innen werden angehalten eine Sequenz zu improvisieren und wehe sie wiederholt sich am nächsten Abend. Armin Petras, der jahrelang am Maxim Gorki Intendant war und viele, viele Stücke dort inszeniert hat, ist so jemand. Ich saß im Theater und dachte: „Warum ist das so authentisch?“ Weil improvisiert. Umgekehrt dachte ich dann: „Warum machen wir es nicht andersherum, und spielen mehr so als inszeniert?“ Gesagt, getan. Theater improvisiert entstand, jetzt als »#NEU« bekannt.

Improvisationstheater lebt davon im Moment zu sein, die Spieler und Spielerinnen gehen Risiken ein, wissen nicht, was sie tun? Ich glaube in all den Jahren - 20 Jahre wie ihr wisst - dass Improtheater mehr kann, als „nur“ Szenen spielen, die durch die Vorgabe des Publikums entstehen. Ich mag es, wenn ich Spieler auf der Bühne sehe, die genau wissen, was sie tun, bzw. so tun als ob, es behaupten. Die sich einlassen auf den Partner, aber auch der Partner sieht, was man selber spielen will. Ich lasse meinem Partner den Moment, einen dreiminütigen Monolog zu halten, so, als sei er aufgeschrieben, kein Gezappel, ganz sicher und natürlich behauptet, weil man ja nicht weiß, wohin die Reise geht.

Durch all die jahrelang gelernten Regeln („lasst euch aussprechen, alles ist schon da, lasst den Partner gut aussehen, tut was, fragt euch, was ihr miteinander zu tun habt“ ) haben wir die besten Voraussetzungen Theater zu spielen. Kommt auf die Bühne und wisst, wo ihr vorher wart, geht von der Bühne und wisst wohin: Das ist das 1x1 des Theaterspielens.

Ich bin dafür, das mehr zu machen, es zu unterrichten und auch zu spielen. Letzteres gelingt mir nicht immer, ich kokettiere dann doch wieder mit dem Publikum, aber egal, ich versuche es, der Weg ist das Ziel.

Das größte Kompliment ist doch, wenn die Zuschauer es nicht glauben können, dass die Szene eben frei improvisiert war. Das gibt dem Ganzen das gewisse Extra. Und es ist eine Riesenfreude, wenn man Geschichten und Gefühle hochholt, weil man sie kennt, sich darin auskennt.

Ab damit auf die Bühne, es ist Zeit dafür. Impro kann mehr. Mehr Theater.

Billa unterrichtet genau dieses Thema in einem Wochenendkurs am 17. und 18.6. Und weil der so schnell voll war, tut sie`s gleich noch mal und zwar am 2. und 3.9.2017.

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