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Fokus des Monats August: DRUCK

von Karin Werner

»Druck ausüben«, »unter Druck stehen« – zu Recht sehr negativ belastete Worte.
Und doch finde ich in der Improvisation Situationen, in denen ein sanfter oder auch fordernder Druck mir hilft, tiefer in eine Situation einzusteigen, einen ungewisseren Weg zu gehen.
Es ist großartig eine Figur auf die Bühne zu stellen, die das Publikum mag, mit der es lacht. Ja, natürlich macht es Spaß zu kokettieren, »noch einen drauf zu setzen«. Und dann kommt manchmal der Moment, in dem die Figur plötzlich in eine ernsthafte Situation gerät, die ich als Spieler spaßig auflösen kann oder ich mache mich verletzbar, lasse mich auf eine Emotion ein. Dieser Moment ist ein Geschenk.
Ich entscheide schnell und meist unbewusst, nehme ich dieses Geschenk an oder nicht. Siegt die Angst oder die Bequemlichkeit ist es gut, einen Mitspieler zu haben, der mit sanftem Druck darauf besteht, dass ich nicht ausbreche - ist es gut, wenn die Regie von außen fordert, dass ich das Gefühl zulasse. Habe ich Vertrauen in Mitspieler, Regie oder am besten in beide und öffne mich, bekommt der kurzweilige Abend eine wunderschöne zusätzliche Farbe.
Auch diejenige zu sein, die mit dem Gedanken »Komm jetzt, bleib hier dran!« versucht das Gegenüber zu halten und zu tragen, ist ein sehr dankbarer Augenblick auf der Bühne.
Natürlich auch beim Unterrichten. Was für eine Freude, zu sehen, wie es jemandem gelingt, einen Schritt vorwärts zu gehen, eine Angst zu überwinden. Das klappt nicht immer und dann will ich da sein und ermuntern, es immer wieder zu versuchen. So wie ich.
 
Im Herbst unterrichtet Karin den Anfängerkurs mit Urban vom 4.9. bis 22.10. In Potsdam leitet sie den Kurs für Anfänger und Fortgeschrittene vom 27.9. bis 29.11.

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